Nach der NAB, ist vor der Herausforderung

NABSHOW 2015
NABSHOW 2015
Die NAB (National Association of Broadcasters Conference) ging letzten Donnerstag in Las Vegas mit einem neuen Besucherrekord zu Ende. Mehr als 103.000 Besucher aus über 164 Ländern besuchten die Stände von nahezu 1.800 Ausstellern. Das zeigt einmal mehr das “Broadcast” auch in Zeiten von Youtube, Netflix und Web-TV noch lange nicht am Ende ist.
Der Erfolg der NAB beruht vor allem in Ihrer Anpassungsfähigkeit. Die Messe hat es geschafft, sich in den vergangenen Jahren stets den aktuellen Markttrends und -Entwicklungen anzupassen. Das Thema der diesjährigen NAB, “Crave More” (Mehr verlangen), legte den Fokus neben der Vorstellung neuer Produktionsmittel, auf  Themen wie Digital Storytelling oder die Einbeziehung sozialer Netzwerke in die Formatentwicklung.
Bei den Produkten waren es nicht mehr nur die professionellen Kameras oder Scheinwerfer, sondern Flugdrohnen und gyro-stabilisierte Kamerahalterungen (Gimbals), welche die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Das “mobile news gathering”, also die Berichterstattung mit Hilfe von kleinen handlichen Kameras oder Smartphones über mobile Netze standen im Vordergrund. Neue Ü-Wagen und Satellitenübertragung gerieten zum Beiwerk. Überhaupt finden sich mittlerweile viele Unternehmen unter den Ausstellern, die vor einigen Jahren auf einer NAB undenkbar gewesen wären . GoPro ist ein solches Unternehmen. Die kleinen handlichen, wasserdichten Kameras sind aus der professionellen Welt nicht mehr wegzudenken. Der riesige Stand von GoPro, direkt am Haupteingang, ist ein sichtbares Zeichen für die  Bedeutung, welche kommerzielle Produkte im Broadcast mittlerweile eingenommen haben. Die Aussage Thomas Edwards, Vice President Engineering von FOX, einer der grössten Sendeanstalten der USA,  bestätigt diese Entwicklung. Im Rahmen der begleitenden Konferenz sagte Edwards “…in 2020 sollten wir in der in Lage sein in den IT-Raum eines Senders zu gehen und nicht ein einziges Stück dedizierter Broadcast Hardware zu finden“
Es gab aber auch Themen, die sich mit den Veränderungen beschäftigen, welchen der Broadcast unterliegt. Es sind die Verwendung von Cloud-Services und die IP-basierte Produktion, die bei den „traditionellen“ Broadcast-Anbietern im Vordergrund standen. Eines wurde jedoch klar. An beiden Themen kommt kein Broadcaster mehr vorbei. Auch wenn es noch viele offenen Fragen z.B. zur Sicherheit der Daten in der Cloud gibt, so steht die Verwendung solcher Dienste in der Zukunft außer Frage. Hohe Skalierbarkeit, niedrige Kosten und einfacher Zugang von Cloud-Services, sind Vorteile die sich durch eigene, selbstbetriebene Lösungen in den seltensten Fällen erreichen lassen.
Die IP-basierte Produktion, angefangen bei der der digitalen Signalerfassung über den gesamten Verarbeitungsprozess bis hin zur Distribution, ist den Kinderschuhen entwachsen. Die Aussage von Thomas Edwards, war auch in diesem Punkt eindeutig. Er sagte, das die Zukunft der Produktion und Distribution von Videoinhalten eine rein IP-basierte sein wird.
Die NAB zeigte also einmal mehr welchen Herausforderungen sich die Sender stellen müssen. Nun liegt es an jedem Sender selbst, die Weichen für die Zukunft zu stellen.

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