Die IFA 2014 – Ein Résumé

Alles wird smart

War Smartness bis vor ein paar Jahren nur auf das Mobiltelefon (Smartphone) beschränkt, so kam im Anschluss das TV-Gerät hinzu (Smart-TV) und nun, sukzessive, auch der ganze Rest des Haushalts (Smart Devices). Nur der Mensch scheint von dieser Entwicklung bisher ausgenommen.

Wohin man auch schaut, alles wird mit einem Chip ausgestattet und brennt nur darauf, mit der Umwelt zu kommunizieren. Smartphones und Tablets spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie übernehmen die Aufgabe der Kontrolleinheit. Gerade deshalb ist es für Unternehmen wie Samsung oder LG so wichtig, in diesem Marktsegment Präsenz zu zeigen.

Die Smartphones werden dabei immer grösser und machen die Unterscheidung zwischen Telefon und Tablet zunehmend schwieriger. Mit der Vorstellung der neuen, grösseren iPhones, hat nun auch Apple nachgezogen. Aber Smartphones sind nur ein Meilenstein auf dem weiteren Weg. Die wahren Gewinner werden die Smartwatches sein. Warum? Ein Smartphone wird heute nur zu einem kleinen Teil zum telefonieren benutzt. Die meiste Zeit geht für Surfen, Kurznachrichten schreiben, Kontrollieren und Steuern drauf.

  • Um zu sehen, ob der Hund zu Hause auf dem neuen Sofa liegt, den Tatbestand als Screenshot festzuhalten und anschliessend gleich der ganzen Welt per Instagram, Facebook oder Twitter mitteilen? – Das Smartphone macht es möglich.
  • Die Kurznachricht der neuen Liebe in der S-Bahn lesen und sich darüber freuen? Mit dem Smartphone kein Problem.
  • In einem langweiligen Meeting kurz den Börsenticker checken um zu sehen ob eine Reservierung beim Nobelitaliener noch drin ist? Auch hier genügt der Blick auf’s Smartphone.

Es hat nur einen Nachteil. Es fällt auf!
Das Hervorkramen eines Hackbrett-grossen Telefons aus dem Jacket oder der Handtasche, mit anschliessenden Blick auf das (nun deutlich) grössere Display, zieht leider auch die Neugier aller anderen an.  Mit einer Smartwatch geht das viel diskreter. Ausserdem trägt man die Uhr zu jeder Zeit in Reichweite. Ein kurzer Dreh des Handgelenks und schon ist man im Bilde.

Smartwatches werden die Kommunikation revolutionieren. Noch sind die Fähigkeiten beschränkt, die Batterielaufzeiten zu kurz und die Anwendungen rudimentär. Aber das waren sie zu Beginn der Smartphones auch. Warum sollte die Waschmaschine, eine Mitteilung über die Beendigung Ihres Waschprogramms auf das Smartphone schicken, wenn man es mit einem Dreh des Unterarms auch mitbekommt. Apple’s neue Uhr verfügt über Sensoren auf der Unterseite für ein haptisches Feedback. 2x kurz gedrückt, heisst das Waschprogramm oder der Braten ist fertig, oder die Kinder sind nach Hause gekommen, oder …

Samsung-smart-washer-app
Samsung-smart-washer-app

Überhaupt, kaum ein Haushaltsgerät wird in Zukunft von der Kommunikation ausgenommen. Das Internet der Dinge schlägt schon jetzt erbarmungslos zu.  Waren früher gutes Timing und Erfahrung bei der Zubereitung komplexer Gerichte von Nöten, so machen die Geräte das jetzt unter sich aus. Einfach den Braten in den Backofen, die Kartoffeln auf die (induktive-)Herdplatte und das Gemüse in den Steamer. Der Backofen ermittelt (berührungslos) die, nach dem Grad der gewünschten Garung, erforderliche Kerntemperatur des Bratens, und schaltet rechtzeitig Herd und Steamer ein, damit am Ende alles so knackig wie gewünscht fertig ist. Die ist keine Zukunftsmusik sondern heute bereits Realität.

Wer noch “blöde” Haushaltsgeräte hat, dem hilft die Lösung von Digitalstrom. Microchips, in Stecker oder farbige Lüsterklemmen verbaut, übernehmen die Steuerung. Diese Chips kommunizieren mit einer kleinen Servereinheit im Stromkasten und können sich gegenseitig steuern. So stellt z.B. der Haarfön seine Tätigkeit kurz ein, wenn es an der Tür klingelt (damit man es auch ja mitbekommt). Trockner, können sich (falls gewünscht), selbständig zu Zeiten niedrigster Stromtarife einschalten, indem sie diese Informationen direkt vom Stromlieferanten beziehen.  Sollte es eilig sein, können sie per Kurznachricht auf die Smartwatch auch nachfragen, ob der Trockenvorgang direkt erfolgen soll.
Auch dies ist bereits Realität.

UHDTV
UHDTV

Und was macht der Mensch, mit der Zeit die er durch diese Automatisierung gewinnt? Er verwendet sie mit dem Studium elektronischer Bedienungsanleitungen oder entspannt sich vor seinem gebogenen (curved) Mega-Flatscreen im Wohnzimmer. TV-Gerät war gestern – heute ist es der multifunktionale OLED-Screen, der sich immer dünner werdend, an die Wand schmiegt. Unter 65 Zoll geht gar nichts und lineares Fernsehen wird zur Nebensache. Video on Demand Anbieter drängen schneller auf den Markt als Bienen an den spätsommerlichen Zwetschgenkuchen. Dienstleister, wie Amazon mit seinem Fire-TV, liefern sprachgesteuert die gewünschten Inhalte auf den Screen. Dabei ist vollkommen egal von welchem Sender, ob live, oder aus einer Mediathek, diese Inhalte kommen.

Abgesehen von der Vielfalt der Inhalte und der Einfachheit des Zugriffs darauf, steigen die Anforderungen an die Auflösung der Beiträge. 4K oder Ultra High Definition Television (UHDTV) kommen schneller als den TV-Sendern lieb ist. Netflix, hat zum Marktstart bereits ein beachtenswertes Angebot an Filmen in UHD Auflösung angekündigt. UHD macht süchtig und die rapide fallenden Preise von 4K-fähigen Flatscreens, tun ein Übriges, um diese Entwicklung zu forcieren. Fraunhofer präsentierte die Darstellung eines, in 4K aufgenommenen, Fussballspiels bei dem das ganze Spielfeld zu sehen ist. Über Tabletts und Smartphones können die Zuschauer im Wohnzimmer den Ausschnitt auswählen, den sie sehen wollen. Die Qualität der Bilder ist überragend, knackscharf und flüssig, als würde man direkt im Stadion sitzen.

Das Positive an all diesen Entwicklungen ist aber, das auch weiterhin alle Geräte einen Ausschalter haben.

One comment

  • Ich stimme Ihnen zu, dass Smartwatches, insbesondere die iWatch, die Kommuinaktion revolutionieren werden. Die Pebble Steel, die ich seit einiger Zeit ausorpobiere, geht schon in diese Richtung. Sie zeigt mir Eilmeldungen an, die neueste SMS oder Benachrichtigungen meines E Mail Accounts, ohne dass ich mein Iphone aus der Hosentasche hervorholen muss. Sicherlich, alles noch sehr sparsam, gerade was die Apps anbelant. Maximal acht passen auf die Smartwatch, dann ist der Speicher voll. Aber selbst die Hero3 kann man wunderbar mit der Pebble steuern. Schade nur, dass das Farbdisplay fehlt. Insofern bin ich auf 2015 gespannt, wenn Apple seine iWatch auf den Markt wirft. Hoffentlich dann auch mit einer Batterie, die nicht alle 24 Stunden an die „Tankstelle“ muss. Und, wenn ich dann irgendwann mein Apple TV über die Smartwatch steuern kann und gleichzeitig die Pizza bei Joey’s bestellen kann… Na ja, was will man mehr.

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